Bildquelle: Pixabay

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Es war genau im Jahr 2011 als wir an unserer Schule ein weit und breit einzigartiges Projekt zur Demokratisierung, Selbsthilfe und Mitbestimmung junger Menschen im Schulalltag starteten.

Prolog

Mogelpackung – Schüler*innenmitbestimmung

Das Recht auf „schulische Mitbestimmung“ für Schüler/innen in der Altersgruppe der unter 15-Jährigen zeigt sich im Schulalltag  häufig nicht oder nur fallweise, sozusagen im Bedarfsfall, verwirklicht. Demokratische Prozesse und Entscheidungsfindungen müssen aber gelernt, geübt und vor allem gelebt werden, damit junge Menschen die Chance haben, sie zu verinnerlichen und später anzuwenden.

Meist begrenzt sich die „schulische Mitbestimmung“ auf bestimmte Anlassfälle und stellt keinen permanenten Prozess dar, der aber Voraussetzung für eine Entwicklung und ein Wachsen wäre. – Demokratie aber müssen Menschen lernen, indem sie von Anfang an Demokratie leben und erfahren, demokratische Grundregeln in sich aufnehmen und diese als selbstverständlich erleben – als verinnerlichtes Recht.

„Weil jammern nicht reicht!“

Wem Jammern darüber nicht genug ist, der muss handeln und sich gemeinsam für eine bessere Zukunft auf den Weg machen. Darum wurde  aus  einem markigen Ausspruch einer Schülerin vor über 10 Jahren: „… des is nima wuascht, do muas ma wos mochn!“ unser Leitspruch für das Schüler*innenparlament der MS Lauriacum : „Weil Jammern nicht reicht!“

Unser Schulparlament wurde am 27.April 2011 gegründet, weil wir gerne unsere Schule mitgestalten und manche unserer Anliegen selber in die Hand nehmen wollten.

Der Originaleintrag auf der Homepage lautet: 27.04.2011 – Erste Sitzung – Aufregende Sache! Viele Unklarheiten! Trotzdem Aufbruchstimmung – wird sicher super!  >>

Unser Schulparlament war und ist ein Zeichen unserer Schule zur aktiven Mitbestimmung und Mitgestaltung von uns Kindern und Jugendlichen.

Wir Schülerinnen und Schüler treffen sämtliche Entscheidungen im Parlament alleine – Erwachsene haben dort kein Stimmrecht – auch nicht Lehrer*innen … sorry!

Unsere Anträge und Entscheidungen diskutieren wir dann mit der Schulleitung und erarbeiten gemeinsam Umsetzungsmöglichkeiten. Umsetzungen, wie die „Geburt“ und „Ausstattung“ unseres Schul- und Freizeitgartens, die Grill- und Chill-Lounge, der Bistro- und Lesehof und viele andere Initiativen, die wir in den letzten Jahren verwirklicht haben,  sind heute für die meisten von uns selbstverständlich – wir Schüler/innen haben gefordert, erarbeitet und schließlich auch gemeinsam umgesetzt.

Jetzt werden sich bestimmt manche die Frage stellen, wie das alles bezahlt wird? Es wurde und es wird NIE Geld von Schüler*innen oder Eltern eingesammelt – worauf wir sehr stolz sind – sondern wir verdienen das Geld gemeinsam, durch den Verkaufserlös bei Schulveranstaltungen, aber auch durch Firmen, die uns sponsern – mit Geld- oder Sachspenden. Unsere Schule ist aber wie unsere Homepage werbefrei, was uns sehr wichtig ist, weil wir unabhängig bleiben wollen.

Wir haben im Parlament aber auch gelernt, nicht nur Projekte umzusetzen, die Geld kosten, sondern wir haben neue Initiativen zur Mitbestimmung, zur sozialen und mentalen Unterstützung unserer Schulgemeinschaft initiiert und ins Leben gerufen.

Die Haus- und Schulordnung unserer Schule wurde von uns überarbeitet, neu formuliert und in eine passende Form gebracht. Im letzten Schuljahr haben wir trotz Pandemie aktiv weitergearbeitet und konnten zu Schulschluss einen eigenen Projekt- und Aktivtag für ein friedliches Miteinander für die ganze Schule initiieren!

Besonders stolz sind wir auf unsere Peers mit dem klingenden Namen: „Helping Hands“. Hier ist der Name eigentlich schon Programm, denn gegenseitig helfende Hände braucht jede und jeder manchmal von uns. Besonders im sozialen Bereich treten hierbei geschulte Schüler*innen als Helfer*innen in schwierigen und besonderen Situationen auf, was sich bestens bewährt. Die Idee und die Grundlagen für die Gründung der Peers haben wir im Parlament geschaffen und arbeiten nun eng vernetzt zusammen. Unseren Weg von mehreren Schüler*innengenerationen kann man Schritt für Schritt auf unserer Homepage nachlesen, weil wir möchten, dass alle auf dem Laufenden sind, mitdenken und mitreden können.

Schlussbemerkung – … weil Jammern eben wirklich nicht reicht!

Dieser Beitrag ist gedacht als eine Ehrung für die Leistungen mehrerer Generationen von Schüler*innen der damaligen HS2 Enns, danach NMS Lauriacum,  der heutigen MS Lauriacum, soll aber auch zukünftige Schüler*innen anspornen, sich für die Rechte, Pflichten und Verbesserungen im schulischen und außerschulischen Zusammenhängen einzusetzen –als echte Demokrat*innen. Der Beitrag ist eine Ehrung für alle junge Menschen, denen Jammern alleine nicht reicht!

📸 Mit einem Klick zum Rückblick auf die Arbeit seit 2011 >>

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